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FLEXTEC BERLIN · TECHNIKRATGEBER

Abdichtung verstehen.
Fundiert entscheiden.

Ursachen, Verfahren und technische Regeln – verständlich erklärt für Eigentümer, Hausverwaltungen und alle, die eine Sanierung vorbereiten.

DIE AUFGABE BESTIMMT DIE LÖSUNG

Welches Verfahren macht was?

VerfahrenTypische AufgabeWichtige Grenze
Vertikalabdichtung außenWassereintritt über erdberührte Wandflächen begrenzenZugänglichkeit und sichere Erdarbeiten erforderlich
HorizontalsperreKapillaren Feuchtetransport in der Wand reduzierenKeine flächige Abdichtung gegen seitlichen Wassereintritt
InnenabdichtungRaumseite schützen, wenn außen schwer zugänglichMauerwerk kann von außen weiterhin feucht werden
TrockenlegungFeuchtenachschub begrenzen und Austrocknung begleitenKeine belastbare Dauer ohne Kenntnis von Material und Feuchte
DränungWasser aufnehmen und geeignet ableitenErsetzt keine Bauwerksabdichtung; Ablauf muss gesichert sein

STAND: 3. OKTOBER 2026

Normen nennen ist gut.
Ihre Grenzen kennen ist besser.

Technische Regeln müssen zum Bauteil, zur Beanspruchung und zum gewählten Verfahren passen. Die folgenden Erläuterungen dienen der Orientierung. Die vollständigen Regelwerke und objektspezifischen Nachweise bleiben Grundlage der Fachplanung.

DIN-NORM

DIN 18533-1:2026-06

Anforderungen, Planung und Ausführung erdberührter Abdichtungen.

Teil 1 behandelt die allgemeinen Grundlagen. Für nachträgliche Abdichtungen im Bestand ist sein Anwendungsbereich eingeschränkt: Er greift dort, soweit geregelte Verfahren anwendbar sind. Eine automatische Übertragbarkeit auf jede Altbausanierung besteht nicht.

Beim Herausgeber nachlesen
DIN-NORM

DIN 18533-2:2026-06

Abdichtungen mit bahnenförmigen Stoffen.

Dieser Teil ordnet bahnenförmige Abdichtungsstoffe ein. Er ist für die Auswahl entsprechender Bauarten zusammen mit den übergeordneten Anforderungen zu betrachten.

Beim Herausgeber nachlesen
DIN-NORM

DIN 18533-3:2026-06

Abdichtungen mit flüssig zu verarbeitenden Stoffen.

Dieser Teil betrifft flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe. Der Verweis bedeutet nicht, dass jedes flüssige Produkt bei jeder Beanspruchung eingesetzt werden kann.

Beim Herausgeber nachlesen
DIN-NORM

DIN 4095:1990-06

Dränung: Planung, Bemessung und Ausführung; teilweise ersetzt.

Die Ausgabe von 1990 ist laut DIN Media weiterhin aktuell, aber teilweise durch DIN 4095-1:2026-06 ersetzt. Deshalb reicht die Nennung der alten Norm ohne diesen Zusammenhang nicht aus.

Beim Herausgeber nachlesen
DIN-NORM

DIN 4095-1:2026-06

Begriffe und Wassereinwirkungen aus dem Baugrund.

Die im Juni 2026 veröffentlichte Norm behandelt Begriffe und Wassereinwirkungen. Sie ist im Zusammenspiel mit den Regeln zur Abdichtung und Dränung zu berücksichtigen.

Beim Herausgeber nachlesen
WTA-MERKBLATT

WTA 4-6 · Ausgabe 12.2024/D

Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile.

Das Merkblatt richtet sich auf die nachträgliche Abdichtung im Bestand. Es behandelt unter anderem Voruntersuchungen, Abdichtungskonzepte und Qualitätssicherung.

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WTA-MERKBLATT

WTA 4-10 · Ausgabe 03.2024/D

Injektionsverfahren gegen kapillaren Feuchtetransport.

Dieses Merkblatt betrifft Injektionen gegen kapillaren Feuchtetransport. Die Eignung innerhalb bestimmter Anwendungsbedingungen ist von einer pauschalen Erfolgsgarantie zu unterscheiden.

Beim Herausgeber nachlesen

Was sich 2026 geändert hat

Die Reihe DIN 18533 liegt seit Juni 2026 neu vor. In Teil 1 wurden die bisherigen Wassereinwirkungsklassen in Wasserbeanspruchungsklassen umbenannt; Einwirkungen aus dem Baugrund werden mit DIN 4095-1 abgestimmt. Ältere Begriffe in Angeboten oder Unterlagen sollten deshalb auf ihren Ausgabestand geprüft werden.

Quelle: Änderungsvermerk von DIN Media

WTA-Merkblätter sind Fachregelwerke und keine DIN-Normen. Hier werden keine geschützten Normtexte oder Normzeichnungen wiedergegeben. Die Prinzipskizzen sind eigenständige Erläuterungen.

DAS KLEINE ABDICHTUNGSLEXIKON

Fachbegriffe, klar erklärt.

Kapillarität

Wassertransport in feinen Poren eines Baustoffs. Er kann Feuchtigkeit auch entgegen der Schwerkraft weiterleiten.

Kondensation

Wasserdampf aus der Luft wird an einer ausreichend kalten Oberfläche zu flüssigem Wasser. Die Ursache liegt dann nicht zwangsläufig in einer undichten Wand.

Hygroskopische Feuchte

Bestimmte Salze können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Dadurch können Oberflächen feucht erscheinen, auch wenn kein neues flüssiges Wasser durch eine undichte Stelle nachströmt.

Dichtungskehle

Ein systemgerecht ausgebildeter Übergang in einer Innenecke, beispielsweise am Wandfuß. Sie ist Teil eines geplanten Anschlusses und keine eigenständige Komplettabdichtung.

PMBC

Englische Kurzbezeichnung für polymermodifizierte Bitumendickbeschichtungen. Die konkrete Eignung hängt von Produkt, Aufbau und Beanspruchung ab.

Perimeterdämmung

Wärmedämmung an erdberührten Bauteilen. Sie hat eine andere Hauptaufgabe als die Abdichtung und muss für ihren Einbauort geeignet sein.

Sanierputz

Spezielles Putzsystem für geeignete Sanierungsaufgaben an feuchte- und salzbelastetem Mauerwerk. Es ersetzt die erforderliche Begrenzung des Feuchtenachschubs nicht.

Negativabdichtung

Abdichtung auf der dem Wasser abgewandten Bauteilseite. Bei einer Keller-Innenabdichtung kann Wasser von der Rückseite auf das System einwirken.

GUT VORBEREITET IN DAS ERSTE GESPRÄCH

Diese Informationen helfen weiter.

Zum Gebäude

Adresse, ungefähres Baujahr, verfügbare Pläne und Angaben zu früheren Sanierungen.

Zum Schaden

Betroffene Räume, Fotos, Zeitpunkt des ersten Auftretens und Veränderungen nach Regen oder im Jahresverlauf.

Zur Konstruktion

Soweit bekannt: Wandmaterial, Bodenaufbau, vorhandene Abdichtung, Leitungen und Zugänglichkeit der Außenseite.

Zum Ziel

Geplante Nutzung, gewünschter Umfang und Bereiche, die während der Arbeiten weiter genutzt werden müssen.

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